Kammerkonzert zur Eröffnung der 24. Gesundheitswoche
Von Rita Bolkart, erschienen im Südkurier am 15.03.2016

„Es gibt nur wenige Dinge im Leben, die uns auf so einfache Weise mit Glück erfüllen können“, erläuterte Johannes Probst in seiner philosophischen Einführung zum Kammerkonzert. Anlässlich der 24. Gesundheitswoche eröffnete das Kammerorchester St. Georgen gemeinsam mit dem Schulorchester der Zinzendorfschulen und dem Solisten Jochen Ferber die Veranstaltungen mit einem Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Musik als angst- und schmerzlinderndes Therapeutikum finde in der klinischen Medizin Anwendung und ihre positive Wirkung auf den Körper wären erwiesenermaßen vielschichtig, führte Johannes Probst aus. Musik beruhigt und regt an, trainiert das Gehirn und wirkt der Demenz entgegen. Er forderte die Konzertgäste auf, nicht nur die Töne wahrzunehmen, sondern auch die Momente, in denen sie verhallen, die wohlgesetzte Stille und der Nachhall im eigenen Kopf. Er wünschte den Besuchern eine gute Stunde der musikalischen Therapie, die zur Entspannung beitrage und allen ein Lächeln ins Gesicht zaubere. Der Mediziner empfahl, sich mit den Themen der Gesundheitswoche zu befassen. Der medizinische Grundsatz „in erster Linie nicht schaden“, wäre bei der Gesundheitswoche perfekt umgesetzt.

Mit dieser perfekten Einführung eröffnete Johannes Probst für die Liebhaber der klassischen Musik und auch für weniger geübte Ohren weite Möglichkeiten, die Klangfülle, den Nachhall und die Stille genießen und wirken zu lassen.

Unter der Leitung von Reinhard Ziegler breiteten die Orchestermusiker und Pianist Jochen Ferber einen gewaltigen Klangtempel in der Stadthalle aus. Im Wechselspiel bereiteten die Orchestermusiker die entsprechende Begleitung zum virtuosen Klavierspiel von Jochen Ferber oder sie füllten alle Räume, erzeugten Spannung und malten Klangbilder in die Stadthalle. Für die Zuhörer war das Spiel des mehrfach ausgezeichneten Pianisten Jochen Ferber ein ganz besonderer Genuss. Reinhard Ziegler hatte den Kontakt geknüpft und damit dieses besondere Erlebnis ermöglicht.

Fordernde, temperamentvolle Passagen wechselten mit mal nachdenklicher, mal gelassen heiteren Tönen. Schwingungen, die Gefühle auslösen, sich ausbreiten und die laut oder leise nachklingen und gut tun. Die singenden Oboen und Trompeten von Siegfried Weisser, Markus Färber, Dominik Schäfer und Christian Obergfell, die eine Arie aus der Oper Fidelio interpretierten, waren ein höchst interessanter und harmonischer Genuss. Herzlicher Applaus forderte eine Zugabe und dankte den Musikern für das musikalische Vergnügen. Die Proben zum Kammerkonzert liefen für das St. Georgener Orchester seit vergangenem Herbst. In den Übungsstunden setzten sich die 25 Musiker mit dem Klavierkonzert auseinander, erklärte Probst. Erst am Samstag führte Dirigent Reinhard Ziegler die drei Hauptdarsteller zusammen, um an der musikalischen Darbietung des Orchesters zu feilen.

Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/st-georgen/Musik-als-schmerzlinderndes-Therapeutikum;art410944,8590076