Beim Konzert zum Auftakt der Gesundheitswoche in St. Georgen glänzt das Kleine Kammerorchester mit großer Spielfreude.

St. Georgen – Seit 25 Jahren gibt es die Gesundheitswoche in St. Georgen. Die Jubiläumsauflage eröffnete das Kleine Kammerorchester am Sonntag mit „musikalischen Kostbarkeiten aus der Romantik und der Moderne“. Es war ein großartiger Auftakt, und die Zuhörer waren von den virtuos interpretierten musikalischen Schätzen genauso begeistert wie von der Spielfreude der Musiker und der Leidenschaft des Dirigenten Reinhard Ziegler. An diesem besonderen Abend in der Lorenzkirche wurde deutlich: Musik ist eine Medizin, die keine Nebenwirkungen hat.

Inzwischen sei Musik als Auftakt der Veranstaltungsreihe ein Ritual geworden und „als eine der Säulen nicht mehr wegzudenken“, erklärte Johannes Probst, Initiator und Ideengeber der St. Georgener Gesundheitswoche. Das Kleine Kammerorchester habe die Gesundheitswoche entscheidend aufgewertet und mit einem Alleinstellungsmerkmal versehen, lobte Probst. Er hob hervor: „Eine Gesundheitswoche mit Musik als festem Bestandteil gibt es bundesweit wahrscheinlich nur in St. Georgen“.

Dabei könne Musik eine Antwort sein auf den modernen Zeitgeist mit Hektik, Verdichtungsprozessen und dem stets zunehmenden Zeitdruck. Denn: „Diesem hetzenden Zeitgeist muss man etwas sehr Konkretes entgegenstellen“, betonte Probst. Musik – selbst gespielt oder auch aktiv, bewusst gehört – bedeute Entspannung und biete eine Kraftquelle. Die Zuhörer lud Probst in diesem Sinne zu einer Musiktherapiestunde ein, „zum Tanz der Gedanken, zum Walzer der Gefühle, zum Bad der Sehnsüchte“.

Diese große Fülle an Emotionen lieferte das Kammerorchester mit seinem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm. Eröffnet wurde der Abend mit der Arlésienne-Suite von Georges Bizet. Die Musiker überzeugten mit instrumentalen und harmonischen Variationen im ersten Satz, mit dem gedämpft gespielten Adagietto und mit der stürmischen Farandole. Tolle rhythmische Akzente und ein effektvolles Finale sorgten für die ersten Beifallsstürme.

Wunderschön entspannend wirkte die Interpretation von Edward Mac Dowells „To a Wild Rose“, und auch die souverän und unglaublich intensiv vorgetragene Suite für Streichorchester von Leoš Janácek bescherte viele emotionelle Höhepunkte. Harmonische Finessen – fein herausgearbeitet, Dynamik – beeindruckend.

Nach der ausdrucksreichen „Sentimental Sarabande“ von Benjamin Britten klang die „Suite for Strings“ von John Rutter mit ihren modernen Kontrasten und mitreißenden Rhythmen fast schon filmisch. Auch mit dem weltbekannten Walzer Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch bewies das Orchester erneut präzise Artikulation und unglaubliche Spielfreude. Kein Wunder, dass die Beifallsstürme kein Ende nehmen wollten und die Musiker noch eine Zugabe aus Carl Orffs „Carmina Burana“ spielten.

25 Jahre Gesundheit

Das 25-jährige Bestehen der Gesundheitswoche feierten die Gäste nach dem Konzert gemeinsam im Gemeindehaus. Bürgermeister Michael Rieger unterstrich, welch eine wichtige Rolle die Gesundheitswoche spiele. „Der Bedarf ist immens. Wir sind gesundheitsbewusster geworden und auch bereit, für unsere Gesundheit viel zu tun“, so Rieger. Er freut sich, dass kompetente Referenten Jahr für Jahr über neue Erkenntnisse in der Medizin informieren, eine große Fülle von Möglichkeiten aufzeigen und für die gesunde Lebensweise werben. „Die Gesundheitswoche setzt ein wichtiges Signal“, sagte Rieger.

(Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/st-georgen/Musik-ist-eine-Medizin-ohne-Nebenwirkungen;art410944,9202746)